5. Vortrags-Phase

V 5.1 Gute Praxis: BGM an der Hochschule

Dr. Brigitte Steinke | TK, Hamburg
Philipp Laemmert | BGM, Universität Bayreuth

Rahmen des Vortrags stellen wir das Projekt "BGM an der Universität Bayreuth - Auf dem Weg zu einer gesundheitsförderlichen Hochschule" vor. Dabei werden die bisherige Entwicklung sowie Erfolgsfaktoren und Hürden bei der Einführung bzw. Implementierung geschildert. Anhand eines Erfahrungsberichts werden unterschiedliche Meilensteine wie die Durchführung einer Beschäftigtenbefragung, ein Fortbildungsprogramm für Führungskräfte, die Einführung einer aktiven Mittagspause sowie strukturbildende Maßnahmen aufgezeigt.

 

V 5.2 (Arbeits-)rechtliche Aspekte zur betrieblichen Suchtprävention und -hilfe

Dr. Reinhard Künzl | Vorsitzender Richter, Landesarbeitsgericht München

Der Genuss von Suchtmitteln im Betrieb oder vor Arbeitsaufnahme kann Arbeitskollegen/innen (Arbeitsunfälle), aber auch den Betrieb selbst durch Unfallkosten, Entgeltfortzahlungskosten, Schäden am betrieblichen Eigentum etc.) schädigen. Die Ausführungen sollen aufzeigen, inwieweit durch Betriebsrat und/oder Arbeitgeber der Konsum von Suchtmitteln im Betrieb gesteuert werden kann und, welche Handlungsoptionen der Arbeitgeber hat, wenn dennoch Suchtmittel konsumiert werden. Dabei liegt besonderes Augenmerk auf der aktuellen Rechtsprechung des BAG und der Instanzgerichte. Insbesondere im Bereich der Entgeltfortzahlung bei Krankheit bei Rückfällen, aber auch im Bereich der Kündigung wegen des Suchtmittelkonsums mit oder ohne Schädigung Dritter, hat sich hier ein Umdenken in der Gerichtsbarkeit ergeben.

 

V 5.3 Zusammenhang von Führung und Gesundheit

Prof. Dirk-Matthias Rose | Institut für Lehrergesundheit am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Mainz

Konflikte mit Vorgesetzten führen oft zur Arbeitsunfähig von Mitarbeitern. Ziel eines modernen Gesundheitsmanagements im Betrieb (BGM) ist daher, die Leistungsfähigkeit des Einzelnen und der Organisation aufrecht zu erhalten und zu verbessern. Gesunde Führung im Unternehmen als Teil des BGM basiert auf den 3 Säulen Unternehmenskultur, Mitarbeiterführung und Selbstführung mit einer Kultur der Wertschätzung aller Mitarbeiter, einer konstruktiven Kommunikation und Förderung der Resilienz sowohl des Einzelnen als auch der Organisation. Es zeigt sich, dass schlechte Führung den Krankenstand steigen, gesundes Führen aber die Gesundheit der Mitarbeiter verbessern kann.

 

V 5.4 Netzwerke in der betrieblichen Suchtprävention – Wichtiger denn je!

Bernhard Blank | Präventionsbeauftragter, Universität Saarbrücken

Gesundheitspolitisch sind Präventionsnetzwerke heute wichtiger denn je. Dies gilt inner- als auch überbetrieblich. Akteure in den Betrieben haben es oft sehr schwer, sich alleine in dem großen sozialen System zurechtzufinden. Aus diesem Grund haben sich Anfang der 90er Jahre betriebliche Akteure im betrieblichen Gesundheitsschutz zusammengesetzt um ein Netzwerk zu stricken, in dem Betroffene Menschen nicht durch zu große Maschen fallen können. Das Netzwerk hat sich zu einem der größten Präventionsnetzwerke im Südwestdeutschen Raum entwickelt. Mittlerweile umfasst es ca. 70 Betriebe im Saarland und Rheinland Pfalz. Haupt- und Nebenamtliche sowie ehrenamtlich arbeitende Sucht- und Sozialberater sind in diesem Präventionsnetzwerk ebenso vertreten wie Beratungsstellen, Ärzte, Therapeuten, Kliniken, KK`s bzw. die DRV usw. Um schnellstmöglich Hilfe anbieten zu können arbeiten die einzelnen Akteure eng zusammen. Das gewährleistet dabei auch kurze Wartezeiten. Der Vortrag gibt einen Überblick über das Netzwerk und vermittelt Informationen über Aufbau und Wirken des Netzwerkes.

W 5.5 Die Hochschule als regionaler Netzwerkbilder für BGM

Prof. Dr. Wolf Polenz | Professor für Gesundheitsförderung, Hochschule für angewandte Wissenschaften, Hamburg

Im Jahr 2014 wurde eine Arbeitsgruppe „BGM 2.0“ unter Moderation der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg  gegründet aus Vertretern von Krankenkassen (AOK Rheinland/Hamburg, AOK Niedersachsen, Techniker Krankenkasse) und Unfallversicherungsträgern (Berufsgenossenschaft Gesundheitsdienste und Wohlfahrtspflege, Unfallkasse Nord und Verwaltungsberufsgenossenschaft) mit der Zielsetzung

  • der Konzeptionierung und Durchführung von gemeinsamen Praxisprojekten,
  • der Erprobung von Kooperationsmöglichkeiten von Kranken- und Unfallversicherungsträgern und ggf. weiteren Akteuren auf regionaler Ebene.

Der Vortrag beinhaltet Erfahrungen bzgl. Möglichkeiten und Grenzen und erste Ergebnisse dieses Projekts.

Erfolgsfaktoren für die betriebliche Suchtprävention im BGM – Ergebnisse eines Interviewprojektes

Der Entwicklungsprozess einer betrieblichen Vereinbarung erweist sich in vielen Fällen als fundamental für die Ausgestaltung, die Akzeptanz und die erfolgreiche Umsetzung eines Suchtpräventionsprogramms. Gerade an Hochschulen, so scheint es, werden die Chancen einer geregelten (Weiter-)Entwicklung, Umsetzung und Evaluation immer noch unterschätzt. Es geht dabei nicht nur um Prävention und Gesundheitsförderung, sondern weit darüber hinaus um Personal- und Organisationsentwicklungsprozesse mit nachhaltiger Wirkung für Kultur, Führungsverantwortung und Miteinander im beruflichen Alltag.