2. Workshop- / Vortrags-Phase

W 2.1 Resilienz – Was macht uns widerstandsfähig?

Dr. Donya Gilan | Deutsches Resilienzzentrum (DRZ) der JGU und der Universitätsmedizin Mainz

Resilienz bezeichnet die jedem Menschen innewohnende „seelische Widerstandskraft“, die hilft, Herausforderungen, Belastungen und schwierige Situationen wirkungsvoll zu meistern und dabei mental gesund zu bleiben.

Die Entstehung vieler psychischer Erkrankungen wie z.B. Depressionen, Angststörungen, Sucht oder Verhaltensstörungen wird durch umweltbedingte Faktoren wie Stress, Traumata oder belastende Lebensumstände zumindest teilweise beeinflusst oder gar verursacht. Jedoch nicht jeder, der belastende Lebensereignisse erlebt, entwickelt eine psychische Erkrankung.
Resilienz ist der Prozess der Aufrechterhaltung oder Rückgewinnung der psychischen Gesundheit während oder nach aufreibenden Lebensereignissen. Die Tatsache, dass einige Menschen nicht oder nur kurzfristig erkranken, obwohl sie großen psychischen oder physischen Belastungen ausgesetzt sind, lässt vermuten, dass protektive Mechanismen existieren, welche die Entwicklung von stressbedingten Erkrankungen verhindern.

 

W 2.2 Der Bielefelder Fragebogen: Ein Instrument zur Erhebung von Ressourcen und Belastungen an Arbeits- und Studienplätzen in Hochschulen

Kristin Unnold | BGM, Universität Bielefeld

Hochschulen können den Bielefelder Fragebogen im Rahmen eines von der DGUV geförderten Projekts unter bestimmten Bedingungen für Organisationsentwicklungsprozesse oder im Rahmen von BGM und Arbeitsschutz (u.a. Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen) kostenfrei einsetzen und so belastbare Daten zu Zusammenhängen zwischen organisationalen Bedingungen und (psychischer) Gesundheit, Arbeits- bzw. Studienzufriedenheit sowie Engagement generieren.
Der Workshop vertieft den Impulsvortrag zum gleichen Thema mit dem Fokus auf Möglichkeiten von Hochschulen, den Bielefelder Fragebogen einzusetzen bzw. von den Erfahrungen im Projekt zu profitieren.

 

W 2.3 Einführung in das Zürcher Ressourcen Modell

Dorothea Eckardt | Konfliktberatung und Prozessentwicklung, Universität Marburg

Warum passiert es uns immer wieder, dass wir uns etwas vornehmen und am Ende landen, wo wir ursprünglich nicht hin wollten?
Im Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) geht es darum, eigene Ressourcen aufzuspüren, wertzuschätzen und systematisch zu nutzen. Es werden dabei sowohl kognitive Erkenntnisse und Überlegungen einbezogen als auch bewusste und unbewusste Bedürfnisse sowie Emotionen angesprochen.
In diesem Workshop gewinnen Sie einen Einblick in dieses Beratungsmodell. Für sich selbst erarbeiten Sie über ein bildliches und assoziierendes Verfahren Ihren individuell motivierenden Satz.

W 2.4 Behandlung und Beratung internetsüchtiger Patienten – ein Überblick aus der Praxis der Ambulanz für Spielsucht Mainz

Dr. Klaus Wölfling | Ambulanz für Spielsucht, Klinik für  Psychosomatik und Psychotherapie, Universitätsmedizin Mainz

Die Verhaltenssüchte Computerspiel- und Internetsucht sowie die Glücksspielsucht werden öffentlich immer stärker thematisiert und gewinnen gleichzeitig an klinischer Relevanz. Eine logische Konsequenz hieraus war im Jahr 2013 die Aufnahme der „Internet Gaming Disorder“ in das internationale Klassifikationssystem psychischer Erkrankungen, dem DSM-5. Eine Internetsucht kann sich vielfältig äußern. So leiden Betroffene bspw. an einer Abhängigkeit von Sozialen Netzwerken, einem unkontrollierten Onlinekaufverhalten, an der Nutzung von (online) Computer- oder Glücksspielen, riskanten Börsenspekulationen, der exzessiven Nutzung pornographischer Inhalte oder an ausufernden Informationsrecherchen. Der Vortrag soll einen Überblick über die verschiedenen Formen der Internetsucht bieten. Darüber hinaus werden Risiko- und Schutzfaktoren dieser Krankheit aufgezeigt. Diese bilden die Basis für die an der  Ambulanz für Spielsucht Mainz entwickelten psychotherapeutischen Behandlungsstrategien für diese Erkrankung.

 

V 2.5 Kränkungen am Arbeitsplatz

Dr. Bärbel Wardetzki | Psych. Psychotherapeutin, München

Kränkungen stellen eine spezielle Form zwischenmenschlicher Konflikte dar, bei der das Selbstwertgefühl angegriffen wird und zu der Empfindung führt, zu kurz zu kommen, weniger wert zu sein, benachteiligt oder abgelehnt zu werden. Sie entstehen meist dort, wo Mitarbeiter Sachkonflikte zu Beziehungskonflikten machen, indem sie sie persönlich nehmen, gegen sich gerichtet erleben und sich entwertet fühlen. Weitere Themen mit hohem Kränkungspotential sind Konkurrenz, Kritik, Diskriminierung, Ungerechtigkeiten, Machtunterschiede und Arbeitsplatzverlust. Ungelöste Kränkungen können krank machen oder in einer Verbitterung enden. Kränkungen sind aber nicht nur ein persönliches Problem, sondern stören die Zusammenarbeit, mindern das Leistungsniveau und zerrütten Beziehungen. Denn ungeklärte Kränkungskonflikte eskalieren und können im schlimmsten Fall in einem Mobbing enden.

 

V 2.6 Möglichkeiten der Online-Beratung an Hochschulen

Bernard Dodier | Notfallseelsorger,
Institut für Online-Beratung Kempen

In vielen Bereichen der psychosozialen Beratungsarbeit wird die Beratung nunmehr
Online durchgeführt.
In diesem Workshop wollen wir miteinander klären was unter dem Begriff
Onlineberatung zu verstehen ist und welche Vor- und Nachteile eine solche schriftbasierte
Form der Beratungsarbeit in sich birgt. Es erwartet Sie eine grundsätzliche Information
über Online-Beratung und deren Praxisanwendungen (Email-Beratung, Chat, Foren und
soziale Medien) mit vielen Beispielen aus der Praxis. Daraus werden wir miteinander
ableiten ob und (wenn ja) wie Online-Beratung für die Hochschulen eine Bereicherung
sein kann.

 

W 2.7 Personalentwicklung versus Betriebliches Gesundheitsmanagement – Ein Spannungsfeld ?!

Derzeit entstehen an einer Vielzahl von Hochschulen Personalentwicklungskonzepte. Sollte das Gesundheitsmanagement ein Bestandteil eines solchen Konzeptes sein oder kann man völlig unabhängig voneinander agieren?

Im Workshop gehen wir der Frage nach, ob und wie PE und Gesundheitsmanagement eine gute Symbiose herstellen können und welche Stolpersteine es gibt.